Nr. Autor Jahr Titel
844 Bissegger, Fabia. Lisi, Alessandra 2013 Spracherwerb bei Zwillingen. Eine Einzelfallstudie.

Zwillinge sind keineswegs selten. Statistisch ist jede 59. Geburt in der Schweiz eine Zwillingsgeburt. Es kann also gut sein, dass man Zwillingen im logopädischen Praxisalltag begegnet. Der Spracherwerb bei Zwillingen ist der Gegenstand dieser Bachelorarbeit. Es handelt sich um eine empirieorientierte Arbeit aufbauend auf einer qualitativen Untersuchungsmethode (Einzelfallstudie). Es wird untersucht, wie sich der Spracherwerb von Zwillingen im Vergleich zu Einlingen unterscheidet.

Die Arbeit ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert. Der theoretische Teil erläutert zuerst den normalen Spracherwerb anhand der linguistischen Ebenen. Anschliessend wird auf mögliche Besonderheiten und Abweichungen im Spracherwerb von Zwillingen eingegangen. Die Fachliteratur belegt, dass Zwillinge gegenüber Einlingen eine verzögerte Sprachentwicklung durchmachen. Zwillinge beginnen beispielsweise später zu sprechen, der Wortschatz ist weniger umfangreich, ihre spontansprachlichen Äusserungen sind kürzer und die Sätze einfacher (telegrammstilähnlich). Es handelt sich dabei aber nur um einen vorübergehenden Rückstand und nicht um ein strukturelles Problem. Eine weitere mögliche Besonderheit ist das Phänomen der Zwillingssprache. Als Ursachen dieser Besonderheiten und Abweichungen werden biologische und soziale Faktoren diskutiert. Im praktischen Teil sind die sprachlichen und die nichtsprachlichen Kompetenzen des eineiigen Zwillingspaars, Anna und Lena, beschrieben und analysiert. Die Einzelfallstudie wird danach in einen grösseren Zusammenhang mit Erkenntnissen aus der Fachliteratur gestellt.


« zurück