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837 Hampton, Miriam. 2012 Überlegungen zum Aufbau des Sichtwortschatzes durch Lesetempoübungen bei Erstklässlern

Wie müssen Lesetempoübungen inhaltlich und formal gestaltet sein, damit Erstklässler und Erstklässlerinnen den grössten Erfolg im Sichtwortschatzzuwachs erzielen können?
Nach einem gründlichen Theoriestudium habe ich Lesetempoübungen mit Nomen, Reimwörtern, Wörtern mit dem Anfangsbuchstaben „F“, Kollokationen und mit verschiedenen Wortarten (keine Ordnung) gestaltet. Die inhaltlichen und formalen Kriterien dieser Übungen halten sich an die Organisationsweise des mentalen Lexikons, das die Wörter nach semantischen, phonologischen und morphologischen Merkmalen gespeichert hat. Auf jeder Übungsseite befinden sich je sechs Wörter. Die Schrift ist gross, übersichtlich und klar. Dies entspricht den Bedingungen, wie ein lesekonformes Schriftbild für die ausgewählte Altersgruppe aussehen soll.
Um den Sichtwortschatzzuwachs zu messen, habe ich eine Untersuchungsgruppe konstruiert. Mit dieser wurden fünf Blitzwortübungen durchgeführt. Insgesamt zog sich die Untersuchung über sechs Therapieeinheiten hinweg. Die Untersuchungsergebnisse stammen von zwei Erstklässlerinnen, die während der Untersuchungszeit keine Leseschwierigkeiten mehr aufwiesen. Diese Ergebnisse, die aktuell von keinen bekannten Studien bestätigt werden, erstaunen: Bei einer ungeordneten Darstellungsweise scheinen nicht weniger Wörter in den Sichtwortschatz aufgenommen zu werden als bei Übungen mit einer klaren Ordnung. Auch haben die Kinder, deren Sichtwortschatz zu Beginn der Untersuchung grösser war, nach der Durchführung der Übungssammlung nicht mehr Fortschritte gemacht als die Vergleichsgruppe mit anfänglich kleinerem Sichtwortschatz.


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