Nr. Autor Jahr Titel
838 Lehner, Anna. 2012 „Mi nai gang seba sud“ („I bi nöd gern selber tschuld“). Vom Umgang mit Fehlern in der logopädischen Therapie.

In der logopädischen Therapie trägt die Logopädin / der Logopäde eine grosse Verantwortung dem Kind gegenüber. Das Kind soll in der Therapie lernen, seine sprachlichen Unvollkommenheiten zu „beheben“; dementsprechend entstehen viele Fehler. Therapeutinnen / Therapeuten müssen also wissen, wie sie auf Fehler der Kinder reagieren.
Anhand pädagogischer Literatur, Beobachtungen von logopädischen Therapien und Interviews mit Logopädinnen zeigt diese Arbeit auf, welche Interventionen der Therapeutin / des Therapeuten förderlich und welche hinderlich sind. Die Interventionen der Logopädinnen / des Logopäden finden auf drei verschiedenen Ebenen statt: der „therapeutischen Haltung“, der „Situationsanpassung“ und der „verbalen und nonverbalen Reaktionen“.
In der logopädischen Therapie sollen Fehler der Kinder hinterfragt und als Ausgangspunkt für eine „Entdeckungsreise“ genutzt werden. Die Kinder sollen sich über Fehler ärgern dürfen. Fehler sollen nicht vermieden, vorweggenommen oder totgeschwiegen werden. Aber Vorsicht: „Schrecklich ist die Verherrlichung des Fehler oder des Falschen, gepaart mit dem Glauben, es würde automatisch zu etwas Richtigem führen“ (Oser, F., Spychiger, M. 2005. Lernen ist schmerzhaft. Zur Theorie des negativen Wissens und zur Praxis der Fehlerkultur. Weinheim und Basel: Beltz.)


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