Nr. Autor Jahr Titel
817 Keller, Regula. 2009 Elternarbeit in der logopädischen Therapie am Beispiel von Interaktionstrainings

Die Idee, Eltern an der logopädischen Therapie zu beteiligen, bildet den Ausgangspunkt dieser Arbeit. Um die verschiedenen Modelle und Konzepte zur Elternarbeit besser einordnen zu können, werden der kindliche Spracherwerb, die Rolle der Eltern-Kind-Interaktion und der Inputsprache, die spezifische Spracherwerbsstörung, sowie die verschiedenen Positionen von Eltern und Therapierenden genauer beschrieben. Das Kind erwirbt die Sprache im Zusammenspiel von angeborenen Fähigkeiten und dem Sprachangebot aus der Umwelt. Die Eltern setzen, meist unbewusst, Sprachlehrstrategien und eine spezielle Sprache ein, die sich förderlich auf den Spracherwerb auswirken. Die Eltern bzw. die elterliche Sprache können jedoch nicht für eine spezifische Spracherwerbsstörung ihres Kindes verantwortlich gemacht werden. Eine lebendige Sprache kann hingegen nur in lebensnahen sprachhandlungsrelevanten Zusammenhängen entstehen. Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Logopädin oder dem Logopäden bildet somit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Sprachtherapie. Der in der Therapie einsetzende Lernprozess kann mittels des Einbezugs von Eltern intensiviert werden. In Interaktionstrainings werden die Eltern angeleitet spracherwerbsförderliche Interaktionen zu erschliessen, bewusster wahrzunehmen und im Alltagsleben einzusetzen. Sie lernen ihr Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten zu fördern.


« zurück