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828 Rauser, Christa Elisabeth. 2011 Bindung und Spracherwerb

Thema der Diplomarbeit ist die Suche nach dem Zusammenhang von Bindung und Spracherwerb. Hierfür wurde der Bindungsbegriff aus der Bindungstheorie eingehend erläutert und auf die Bedeutung von Bindung in der allgemeinen Entwicklung des Menschen hingewiesen. Bindung ist in Form von Bindungsstilen einschätzbar. Auf diese Weise kann ein erster Bezug hergestellt werden zur Qualität früher Verständigung, den sogenannten Vorausläuferfähigkeiten: Sicher gebundene Kinder bringen gute Voraussetzungen mit, die Sprache zu entdecken, mit ihr zu spielen und sie als Mittel der Selbstwirksamkeit allmählich und differenzierter anzuwenden. Wie die interaktionalen Spracherwerbstheorien dies vertreten, braucht es hierfür den gemeinsamen Handlungskontext und die geteilte Aufmerksamkeit. Die Art der Übertragung von bindungsrelevanten Erfahrungen auf die symbolische Repräsentation im vorsprachlichen Bereich ist von der Sprachforschung noch nicht abschliessend geklärt worden. Beobachten kann man aber Sprechmuster, deren Variationen und Ausdrucksformen auf eine hohe Kontextsensibilität hinweisen und offenbar mit einer guten Bindungsqualität einhergehen. Überangepasste Sprechmuster, stereotype Nachahmungen lassen demgegenüber auf unsicher und ängstlich-unsicher gebundene Kinder schliessen. Für die logopädische Frühtherapie bedeutet dies, den so geäusserten Sicherheitsbedürfnissen des Kindes entgegenzukommen und entsprechende Therapiewege zu gehen.


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