Nr. Autor Jahr Titel
805 Ammann, Susanne. Keller, Susanne. Sturzenegger, Monika. 2009 Die Bedeutung der Handlung in der Sprachtherapie

Die handlungsorientierte Sprachtherapie basiert auf der Annahme, dass eine Verbindung zwischen Handlung und Sprache besteht. Diese Annahme wird gestützt durch die zeitliche Nähe der Entwicklung von komplexem kooperativem Werkzeuggebrauch und Sprache in der Evolutionsgeschichte des Menschen. Auch in der kindlichen Entwicklung besteht eine zeitliche Nähe zwischen Handlungen und Sprachentwicklung. Zentral dabei ist der funktionale Erwerb von Merkmalen für die Begriffsentwicklung. Drei handlungsorientierte Therapieansätze (Eichholzer, HOT, Affolter) berücksichtigen diese Erkenntnisse aus der Phylo- und Ontogenese und setzen sie im Rahmen ihrer entwickelten und erprobten Therapiekonzepte unterschiedlich um. Weiter stützen sich die Urheberinnen der oben genannten Therapieansätze auf die Theorie Piagets, welche aber in der aktuellen, fachlichen Diskussion auch kritisch hinterfragt werden muss. Trotzdem erfüllen die handlungs-orientierten Therapieansätze viele Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen, die anhand neurobiologischer Forschungsergebnisse aufgezeigt werden können. So besitzt die Handlung innerhalb der Sprachtherapie trotz einem Trend zu sprachspezifischen Therapieformen einen sehr hohen Stellenwert.


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