


Der Kindergarten und die ersten Schuljahre bilden einen Schwerpunkt in den aktuellen Schul- und Bildungsreformen. Unabhängig davon, ob die jahrgangsgemischte Grund- oder Basisstufe umgesetzt oder der Kindergarten und die ersten zwei Schuljahre als Eingangsstufe geführt werden, stehen Lehrpersonen vor neuen Herausforderungen.
Kinder zwischen 4 und 8 Jahren brauchen Lehrpersonen, die nebst einer allgemein fundierten psychologisch-pädagogischen Ausbildung ausgewiesene Kenntnisse in den Bereichen der emotionalen, sensorischen, motorischen, sozialen und kognitiven Entwicklung haben. Innerhalb der gesamten Entwicklung kommt der Sprache eine herausragende Bedeutung zu. Die Klassenzusammensetzung ist heutzutage heterogen. Auffälligkeiten im Sprachentwicklungsprozess sind beobachtbar und entsprechend unterschiedlich zeigt sich der Sprachentwicklungsstand der einzelnen Kinder. Gefragt sind Lehrpersonen, die die grossen Unterschiede in den sprachlichen Lernvoraussetzungen der Kinder erkennen und auf Defizite lösungs- und ressourcenorientiert eingehen können. Dies erfordert Kompetenzen für die Gestaltung eines differenzierten und individualisierenden Unterrichts.
Dieser Lehrgang vermittelt entsprechende Kernkompetenzen.
Lehrpersonen des Kindergartens und der Primareingangsstufe, die eine Spezialisierung im Bereich der Sprachentwicklung und Sprachförderung anstreben oder ihre Kenntnisse erweitern möchten.
Die Teilnehmenden
Das ausgewogene Verhältnis zwischen Theorie und Praxis zielt auf die nachhaltige Erweiterung der Berufs- und Selbstkompetenzen der Teilnehmenden.
Dieser Zertifikatslehrgang umfasst 6 Module mit Vorgaben für je einen Leistungsnachweis sowie eine Zertifikatsarbeit. In jedem Modul werden Bereiche schwerpunktmässig erarbeitet, die für das Verständnis und die Förderung von sprachauffälligen Kindern in der Gruppe relevant sind. Die Inhalte der Module orientieren sich an aktuellen Forschungsergebnissen und Erkenntnissen aus der Praxis.
Modul 1: Kommunikation entwickelt sich durch das Zusammenwirken von sozialer Interaktion und Spiel
Der gelungene Entwicklungsverlauf von Emotion, Wahrnehmung, Motorik und Kognition zeigt sich in der erfolgreichen Sprach-, Spiel- und Kommunikationsentwicklung. Entsprechend äussert sich der beeinträchtigte Entwicklungsverlauf in Auffälligkeiten und Störungen.
Modul 2: Neurobiologische Grundlagen von Sprache und Verhalten
Sinne, Gleichgewicht und Bewegung beeinflussen die Entwicklung des Zentralnervensystems und stehen in engem Zusammenhang mit Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozessen, die der Sprache, dem Sprechen und Verhalten zugrunde liegen.
Modul 3: Spracherwerb zwei- und mehrsprachiger Kinder
Mehrsprachig aufwachsende Kinder werden besser verstanden, wenn der Verlauf des Spracherwerbs, die kulturelle Verschiedenartigkeit und der adäquate Umgang damit bekannt sind.
Modul 4: Schriftspracherwerb
Der Kontext, in dem der Schriftspracherwerb steht, ist mannigfaltig. Voraussetzungen, präventive Massnahmen und Umgang mit Heterogenität werden genauso diskutiert und dargelegt wie Lese- und Schreiblehrgänge, Methoden und Fördermöglichkeiten.
Modul 5: Sprachförderung in der Gruppe und förderdiagnostische Instrumente
Mittels fundierter methodisch-didaktischer Konzepte lassen sich differenzierte Lernumgebungen gestalten. Förderdiagnostik hilft den individualisierenden Unterricht im Teamteaching umzusetzen und verlangt ein umfassendes Verständnis der Fähigkeiten der Kinder.
Modul 6: Zusammenarbeit und Kommunikation
Das Wissen um eigene Stärken und Schwächen, die vertiefte Auseinandersetzung mit Grundlagen des Gesprächs und mit dem eigenen Sprachgebrauch dienen einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrpersonen, Logopädinnen, Logopäden und weiteren Fachleuten.
Zertifikatsarbeit
Der Zertifikatslehrgang dauert jeweils von Januar bis April des folgenden Jahres. Er umfasst 450 Stunden, die in ca. 180 Stunden Kontaktstudium (ca. 24 Tage, von Januar bis Dezember) und in ca. 270 Stunden Selbststudium aufgeteilt werden. Für die Zertifikatsarbeit werden ca. 120 Stunden aus der Selbststudiumszeit verwendet. Diese wird im Anschluss an das Kontaktstudium im Zeitraum Dezember bis April geschrieben.
Der Abschluss aller Module und der Zertifikatsarbeit führt zum Certificate of Advanced Studies SHLR in «Förderung sprachauffälliger Kinder in der Gruppe», für das 15 ECTS Punkte vergeben werden.
Die Veranstaltungen finden jeweils am Freitag und Samstag vorwiegend in Zürich statt.
CHF 6'750.00
Bis 30. Oktober 2010 an die SAL / SHLR, Feldeggstrasse 69, 8008 Zürich
Hilde Stöckli, dipl. Logopädin, Leitung Weiterbildung SAL / SHLR
Ruth Vetterli, Sachbearbeiterin SAL / SHLR, Tel. 044 388 26 90
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