


Weiterbildungskurs der SAL für Logopädinnen und Logopäden
Freitag , 22. Oktober 2010, 9.00 bis 17.00 Uhr
Kursort: Zürich
(genaue Kurslokalangaben folgen)
Zunehmend wird bei Kindern mit ganz unterschiedlichen Lern- und Verhaltensauffälligkeiten der Verdacht auf auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) geäußert. Allerdings sind die Auffassungen zur klinischen Relevanz eines solchen Störungsbildes kontrovers. Von einigen wird eine AVWS als häufige Ursache für psychische Beeinträchtigungen angesehen, von anderen aber eher als Verlegenheitsdiagnose, die immer dann gestellt wird, wenn sich bei Kindern für kognitive oder emotionale Auffälligkeiten keine schnelle Erklärung finden lässt.
Im Kurs wird besprochen, wie Hören und auditive Wahrnehmung funktionieren, was unter einer AVWS verstanden wird und welche diagnostischen und therapeutischen Methoden zur Verfügung stehen. Im Kursverlauf werden die einzelnen Schritte bei der Betreuung von Kindern, bei denen eine AVWS angenommen wird, kritisch hinterfragt und zum gegenwärtigen Wissensstand in Beziehung gesetzt.
In der Betreuungspraxis muss als erstes die Frage geklärt werden, ob bei einem Kind, das wegen Lern-, emotionalen oder Verhaltensauffälligkeiten vorgestellt wird, eine AVWS als Ursache für die Probleme in Betracht kommt. Wird das Vorliegen einer AVWS für möglich gehalten, dann wird eine spezifische Anamnese erhoben, die sich auf Symptome, die als typisch für eine AVWS angesehen werden, konzentriert. Als nächstes folgt zur Beurteilung auditiver Fähigkeiten und zum Ausschluss anderer Störungsbilder eine Untersuchung mit einer mehr oder weniger umfangreichen Testbatterie. Bestätigen die Untersuchungsergebnisse den Verdacht auf eine AVWS, dann wird eine gezielte Therapie eingeleitet.
Im Kurs wird diskutiert, bei welchen Kindern häufig der Verdacht auf eine AVWS geäußert wird, welche Hinweise eine spezifische Anamnese geben kann, wie zuverlässig nach einer umfangreichen Untersuchung die Diagnose tatsächlich ist und welcher Nutzen von auditiven Trainingsverfahren erwartet werden darf. Abschließend werden Schlussfolgerungen für die diagnostische und therapeutische Praxis zur Diskussion gestellt.
Prof. Dr. med. Waldemar von Suchodoletz
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
bis 1993 ärztliche Tätigkeit an kinderpsychiatrischen Abteilungen
1993 – 2009 Leiter der Forschungsabteilung für Entwicklungsfragen an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München, Forschungsschwerpunkte: Sprachentwicklungsstörungen, Lese-Rechtschreibstörungen, Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen
Publikationen: siehe www.suchodoletz.de
30 Logopädinnen und Logopäden
SAL Einzelmitglieder CHF 230.00
Nichtmitglieder CHF 280.00
Bis 8. August 2010 an die SAL, Feldeggstrasse 69, 8008 Zürich
Hilde Stöckli, dipl. Logopädin, Leitung Weiterbildung SAL/SHLR
Ruth Vetterli, Sachbearbeiterin SAL, Tel. 044 388 26 90
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