


Weiterbildungskurs der SAL für Logopädinnen und Logopäden
Samstag, 23. Oktober 2010, 9.00 bis 17.00 Uhr
Kursort: Zürich
(genaue Kurslokalangaben folgen)
Früherkennung und Frühintervention bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen werden kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite wird die Auffassung vertreten, dass sich in den ersten Lebensjahren Sprachentwicklungsauffälligkeiten meist auch ohne Behandlung "auswachsen" und deshalb eine Frühintervention weder sinnvoll noch ökonomisch vertretbar sei. Von anderen hingegen wird gefordert, eine Behandlung so früh wie möglich zu beginnen, um die sensible Phase der Sprachentwicklung zur Kompensation zu nutzen. Nur so könnten die Entwicklungschancen sprachgestörter Kinder nachhaltig verbessert werden.
Im Kurs wird nach einer einleitenden Betrachtung wesentlicher Charakteristika umschriebener Sprachentwicklungsstörungen anhand der Ergebnisse von Längsschnittstudien der Frage nachgegangen, wie die Prognose sprachgestörter Kinder einzuschätzen ist. Dabei werden am Beispiel der "Münchener Längsschnittstudie bei Late Talkers" die Entwicklungsmöglichkeiten und -risiken auch von Kindern mit einem verzögerten Sprechbeginn dargestellt.
Anschließend werden Methoden für die Früherkennung im ersten bis dritten Lebensjahr beschrieben und dahingehend bewertet, wie zuverlässig deren Aussage ist. Daraus wird deutlich, ab welchem Alter Kinder mit Risiken für eine gestörte Sprachentwicklung tatsächlich erkannt werden können. Anhand der Entwicklung von zwei Elternfragebögen für zwei und dreijährige Kinder wird auf prinzipielle Anforderung, die an Früherkennungsmethoden zu stellen sind, eingegangen. Einen dritten Schwerpunkt bilden Fragen der Therapie. Nach einer Besprechung der Konzepte unterschiedlicher sprachtherapeutischer Behandlungsverfahren wird diskutiert, wie die Effektivität einer Therapie überprüft werden kann und welche Ergebnisse Evaluationen der Wirksamkeit logopädischer Methoden erbracht haben. Daraus ergeben sich Hinweise darauf, zu welchem Zeitpunkt mit einer Therapie begonnen werden sollte und welche Strategien sich bislang als besonders effektiv erwiesen haben.
Prof. Dr. med. Waldemar von Suchodoletz
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
bis 1993 ärztliche Tätigkeit an kinderpsychiatrischen Abteilungen
1993 – 2009 Leiter der Forschungsabteilung für Entwicklungsfragen an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität München, Forschungsschwerpunkte: Sprachentwicklungsstörungen, Lese-Rechtschreibstörungen, Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen
Publikationen: siehe www.suchodoletz.de
30 Logopädinnen und Logopäden
SAL Einzelmitglieder CHF 230.00
Nichtmitglieder CHF 280.00
Bis 9. August 2010 an die SAL, Feldeggstrasse 69, 8008 Zürich
Hilde Stöckli, dipl. Logopädin, Leitung Weiterbildung SAL/SHLR
Ruth Vetterli, Sachbearbeiterin SAL, Tel. 044 388 26 90
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