4th Conference of Variation in Language Acquisition

 

Neben der Planung und Durchführung von wissenschaftlichen Studien ist auch die Vernetzung und Weiterbildung im Bereich von externer und interner Evidenz ein Leistungsauftrag der von Frau Mirja-Bohnert-Kraus geleiteten Forschungssektion der Schweizer Hochschule für Logopädie.


Mit der ViLA Konferenz, das Akronym ViLA steht für «Variation in Language Acquisition», wurde im Juni 2021 eine Tagung mit einem spezifischen Fokus auf den Erwerb soziolinguistischer Varianten im mehrsprachigen und multidialektalen Kontext in der Erst-, Zweit- oder Fremdsprache ausgerichtet. Initiiert wurde diese Veranstaltung, die sich schwerpunktmässig mit Variation sowie sprach- und dialektspezifischen Besonderheiten im Spracherwerb beschäftigt, bereits 2012 von Gunter de Vogelaer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Institut für Niederländische Philologie), damals noch als eine Art Workshop. Intention dahinter war die wachsende Menge an Forschung in diesem Bereich zusammenzuführen, damit die Fähigkeit zur Wahrnehmung und Nutzung von Sprachvariation als integraler Bestandteil des Spracherwerbsprozesses grössere Beachtung im Wissenschaftsfeld findet. Seither findet die Tagung im Abstand von 3 Jahren an unterschiedlichen Orten statt, zunächst 2014 in Grenoble/ Frankreich, anschliessend 2017 in Salzburg/ Österreich. Für 2020 war die Durchführung in Rorschach geplant.


Bereits 2018 wurde mit der Planung für die 4. Fachkonferenz «Variation in Language Acquisition» in Rorschach begonnen, damals noch mit der Aussicht Forschende aus der ganzen Welt in die Ostschweiz einzuladen und neben fachlichem Input den Besucherinnen und Besuchern auch die Schweizer Kultur ein Stück näher zu bringen. Aufgrund der weltweiten Pandemie und der damit verbundenen Planungsunsicherheit, wurde die Konferenz zunächst verschoben und letztendlich vom 2. - 4. Juni 2021 in digitaler Form organisiert. Nach eineinhalb Jahren Erfahrung mit Online-Meetings und -Unterricht stellte dies aber für die rund 30 Forschenden aus den unterschiedlichsten Ländern (u.a. Niederlande, Frankreich, USA, Singapur) kein Hindernis dar - lediglich der persönliche Austausch in den Kaffeepausen oder die Möglichkeit eines Besuchs der Stiftsbibliothek wurde von den Teilnehmenden vermisst. 


Neben vier Plenarsprecherinnen und -sprecher, die jeweils einen 50-minütigen Vortrag hielten, legten achtzehn weitere Forscher und Forscherinnen ihre aktuellen Forschungsarbeiten in 30-minütigen Vorträgen dar. Inhaltlich standen der mehrsprachige und multidialektische Spracherwerb von Kindern in mehrsprachigen/multidialektalen Gemeinschaften im Fokus. Thematisiert wurde aber auch der Umgang mit Varietäten der Erstsprache, beispielsweise mit der Fragestellung wie sich die Einstellung zum Dialekt respektive zur Standardsprache im Sozialisationsprozess verändert. Sehr spannend war auch der Vortrag von Antoniou Kyriakos (University of Cyprus), um nur ein Beispiel zu nennen. Der Forscher beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Mehrsprachigkeit und der Verwendung von Dialektvariationen auf linguistische und non-verbale Gehirnverarbeitungsprozesse. So beschrieb er beispielsweise die Tendenz von mehrsprachigen und dialektsprechenden Personen in einem Test bezüglich exekutiver Kontrollfunktionen besser abzuschneiden als die einsprachige Kontrollgruppe. Ebenfalls wurden Vorteile im Verständnis von Ironie als auch im Arbeitsgedächtnis von mehrsprachigen Personen bzw. Dialektsprecherinnen und Dialektsprecher von Kyriakos diskutiert.


Wer tiefer in die Thematik einzelner Vorträge einsteigen möchte, findet auf der Website der SHLR das Abstract Book der Konferenz mit weiteren Informationen.
Die 5. Ausgabe der ViLA findet im Frühjahr/ Sommer 2023 in Brüssel/ Belgien statt, dann hoffentlich wieder vor Ort. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben und auch über die Medien der SHLR publiziert. Interessierte Logopädinnen und Logopäden - auch ohne Schwerpunkt in der Dialekt- und Mehrsprachigkeitsforschung - sind herzlich eingeladen.


Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Stadt Rorschach, der St. Galler Kantonalbank sowie der Schweizer Hochschule für Logopädie für die finanzielle Unterstützung bei der Ausrichtung der Konferenz.

 

Lena Reising

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