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924 Aline Valentina, Feer 2018 Handicap Linkshändigkeit? Der Zusammenhang zwischen Händigkeit und Sprache.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Händigkeit und den sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes? Sind Linkshänder wirklich schwächere Leser als Rechtshänder (vgl. Klicpera 1995, 288)? Oder verfügen sie allgemein über schwächere phonologische Fähigkeiten (vgl. Annett 2002, 453)? Dies würde zwangsläufig eine erhöhte Anzahl an linkshändigen Kindern in logopädischer Therapie mit sich bringen.

Die vorliegende empirieorientierte Arbeit beschäftigt sich mit ebendiesen Fragen. Zu deren Beantwortung wurde mit 39 Kindern in logopädischer Therapie ein Händigkeitstest durchgeführt, welcher später in Abhängigkeit verschiedener Kategorien analysiert und ausgewertet wurde. Dabei wurden die Störungsbilder Lese-Rechtschreibstörung, spezifische Sprachentwicklungsstörung und Artikulations- oder myofunktionelle Störungen unterschieden und zusätzlich der Aspekt der Mehrsprachigkeit berücksichtigt.

Aus der Datenerhebung geht hervor, dass die durchschnittliche Anzahl Linkshänder der Probandengruppe nicht höher ist als die der gesamten westlichen Bevölkerung (15-25% Linkshänder) (vgl. Vasterling et al. 2017, 14). In Abhängigkeit der verschiedenen Kategorien gibt es jedoch grosse Unterschiede. So ist beispielsweise der prozentuale Anteil Linkshändigkeit bei mehrsprachigen Kindern und bei Kindern mit einer LRS am höchsten und bei Kindern mit Artikulations- oder myofunktionellen Störungen am tiefsten. Dies würde zumindest in diesen Kategorien auf einen Zusammenhang hinweisen.

Schlüsselwörter: Händigkeit - strukturelle Asymmetrie - funktionale Lateralisation - spezifische Sprachentwicklungsstörung - Lese-Rechtschreibstörung - isolierte Artikulationsstörung - myofunktionelle Störung – Mehrsprachigkeit

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